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VOR ORT!

Short thesis

Die prozessuale Aneignung der Stadt ist eine spezielle Form von Mitgestaltung der Stadt. Durch das konkrete Machen vor Ort werden Stimmen im Planungsprozess ermächtigt, die sonst wenig Gehör finden. Die Kooperation vor Ort fördert Dialogfähigkeit und Pluralität und schafft resiliente zukunftsoffene Stadtbausteine, die nah an Bedarfen der Gesellschaft sind. Das Torhaus Kollektiv und die Initiative Haus der Statistik sprechen über das Vor-Ort-Sein, das Vor-Ort-Handeln und das Vor-Ort-Gestalten.

Description

Wie kann Stadtentwicklung aktiv vor Ort mit Nutzer:innen und Anwohner:innen gestaltet und nicht bloß aus der Vogelperspektive geplant werden?

Das Torhaus ist ein selbstorganisierter und selbstverwalteter Community Space. Im Torhaus saßen mal die Pförtner*innen vom Tempelhofer Flughafen. Jetzt arbeiten hier Menschen, die sich für eine solidarische, emanzipatorische und gemeinschaftliche Stadt für alle einsetzen. Dabei steht die gemeinwohlorientierte und kooperative Entwicklung des ehemaligen Tempelhofer Flughafen im Fokus. Momentan sammelt das Torhaus Kollektiv Vorschläge für einen realen und utopischen Raumbedarf für den 5.000qm großen Hangar X im Tempelhofer Flughafen. Der Hangar X steht für die voranschreitende kollektive und kooperative Entwicklung des geschichtsträchtigen Flughafengebäudes.

Seit 10 Jahren steht das Haus der Statistik mitten in Berlin leer. Die Initiative Haus der Statistik konnte 2015 den geplanten Verkauf an Investoren einschließlich Abriss verhindern. Im Bestand und durch ca. 65.000 m² Neubau entstehen nun Räume für Kunst, Kultur, Soziales und Bildung, bezahlbares Wohnen sowie Verwaltungsnutzungen und ein neues Rathaus für den Bezirk Mitte. Fünf Kooperationspartner - die „Koop5“ aus SenSW, Bezirk Mitte, WBM, BIM und die aus der Initiative Haus der Statistik enstandene ZUsammenKUNFT Berlin eG – arbeiten seit Januar 2018 kooperativ an der gemeinwohlorientierten Entwicklung des Areals. Während der Planungs- und Bauphase erproben Pioniernutzer:innen in den Erdgeschossen und Freiräume rund um das Haus der Statistik prozesshaft, was später im Quartier entstehen soll. Die Pioniernutzungen sind ein lernender Prozess, sie verzahnen Projektentwicklung mit den Nutzer:innen, aus Mitwirken wird Mitmachen.